Steuern bei Heilberufen – darauf ist zu achten

Ob nun als Zahnarzt, Hebamme oder Heilpraktiker – Steuern muss jeder zahlen, ganz gleich, welcher Berufung er steuernnachkommt. Gerade diejenigen, die ihre eigene Praxis besitzen, kommen im Dickicht der Steuergesetze aber oftmals nur schwer zurecht. Klug ist, wer sich informiert, welche Steuern er eigentlich zahlen muss und wo es womöglich Einsparpotentiale gibt. Dieser Ratgeber klärt über die Steuerpflicht auf, der sämtliche Berufe unterliegen, die per Gesetz unter die Rubrik „Heilberufe“ fallen.

Heilberufe besitzen keine Umsatzsteuerpflicht

Auch wenn dies eigentlich jedem klar sein dürfte, sollte sich jeder, der sich steuerrechtlich als Anhänger der Heilberufe ansieht, erst einmal informieren, ob er auch laut Gesetz zu dieser Berufsgruppe zählt. Denn in §1 des Heilpraktikergesetzes steht folgender Wortlaut:

„Ausübung der Heilkunde im Sinne dieses Gesetzes ist jede berufs- oder gewerbsmäßig vorgenommene Tätigkeit zur Feststellung, Heilung oder Linderung von Krankheiten, Leiden oder Körperschäden bei Menschen, auch wenn sie im Dienste von anderen ausgeübt wird.“

Wichtig ist diese Regelung deswegen, weil Heilkundige steuerrechtlich anders erfasst werden als andere Berufsgruppen. Berufsgruppen, die unter die Heilberufe fallen, sind nicht verpflichtet, Umsatzsteuer zu zahlen.

Nicht jede Tätigkeit ist umsatzsteuerbefreit

Leider gibt es keine Regelung ohne Ausnahmen. Denn nach § 4 Nr. 14 UStG können zwar Gesundheitsfachberufe steuerbefreit sein, sie müssen es aber nicht. Werden die Berufe nicht im Umsatzsteuergesetz genannt, können sie aber trotzdem umsatzsteuerbefreit sein, wenn der Beruf eine Tätigkeit verlangt, die den Heilberufen ähnlich ist.

Um nicht für noch größere Verwirrung zu sorgen, hat der Gesetzgeber jüngst eine Liste derjenigen Berufe aufgeführt, die von der Umsatzsteuer befreit sind, wie auch diejenigen aufgelistet, welche diese Regelung nicht in Anspruch nehmen können.

Befreite Berufsgruppen

  • Ärzte
  • Zahnärzte
  • Heilpraktiker
  • Hebammen
  • Physiotherapeuten

Wichtig zu wissen: Nicht zwangsweise alle Tätigkeiten sind von der Steuerpflicht befreit, auch wenn der Berufsgruppe laut Gesetz Steuerfreiheit gewährleistet ist. Um hier nicht unnötigerweise in eine Steuerschuld zu geraten, ist es ratsam, bei eigener Praxiseröffnung die Hilfe einer professionellen Finanzberatung in Anspruch zu nehmen, die sich auf Heilberufe spezialisiert hat.

Beispiele nicht befreiter Berufsgruppen

  • Fußpraktiker
  • Heileurythmisten
  • Krankenpfleger
  • Saunabetreiber
  • Kosmetiker

Zu den ähnlichen Berufen zählen wiederum Rettungsassistenten oder Podologen, auch selbständige medizinisch-technische Assistenten oder Logopäden und staatlich geprüfte Masseure können die Befreiung von der Umsatzsteuer unter Umständen in Anspruch nehmen.

Orientierung an ärztlicher Verordnung möglich

Einen Hinweis darauf, wie der eigene Beruf bzw. die ausgeführte Tätigkeit steuerrechtlich zu behandeln ist, gibt wiederum das Gesetz. Damit die Umsatzsteuerbefreiung angewandt werden kann, muss eine therapeutische Behandlung vorliegen. Diese ist aber nur dann gegeben, wenn auch eine ärztliche Verordnung vorhanden ist.

Diese Regelung ist übrigens auch der Grund, weswegen es bei manchen Behandlungsangeboten teils zu stark unterschiedlichen Honoraren kommt. Einige sind nämlich nicht bereit, die Umsatzsteuer aus der eigenen Tasche zu bezahlen und legen die Kosten auf den Patienten um.

Bild: James Morris, flickr.com

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