Orthomolekulare Medizin – gesund durch Nährstoffe

Die wenigsten werden schon einmal von der orthomolekularen Medizin gehört haben, dabei findet das heilpraktische Therapieverfahren immer häufiger Anwendung – und das nicht nur als Alternative zur Schulmedizin, sondern als ganzheitliches medizinisches System. Für Heilpraktiker ist die orthomolekulare Medizin nicht mehr wegzudenken. Die Therapieform beruht auf einem Ausgleich ungesunder Ernährungsgewohnheiten durch die Verabreichung von speziell zusammengesetzten Nährstoffpräparaten.


Woher stammt die orthomolekulare Medizin?

Das Wort „orthomolekular“ leitet sich aus den Begriffen „orthos“ und „Molekül“ ab, welche übersetzt „richtig“ und „Baustein“ bedeuten. Diese Begrifflichkeit wurde erstmalig von dem bekannten amerikanischen Chemiker Dr. Linus Pauling eingeführt, indem er in den siebziger Jahren die „Medizin der guten Moleküle“ entwickelte. Innerhalb seines theoretischen Konzeptes geht Pauling davon aus, dass der Mensch zur Aufrechterhaltung seiner Gesundheit insgesamt 45 Nährstoffe benötigt. Zu diesen Substanzen zählen beispielsweise:

– Vitamine
– Mineralstoffe
– Fette
– Enzyme
– Spurenelemente


Was bewirkt die orthomolekulare Medizin?
Die Notwendigkeit einer therapeutischen Behandlung durch Nährstoffpräparate, um Erkrankungen vorzubeugen und die Gesundheit zu stärken, entwickelte sich aus der Prämisse, dass die moderne Ernährung des Menschen unzureichend und nährstoffarm sei. Hieraus leiten Heilpraktiker die Notwendigkeit ab, Patienten mit speziellen Nährstoffpräparaten zu versorgen. So soll sich die Ausbildung von Krankheiten wie Krebs und Infektionen oder Beschwerden wie Herz-Kreislaufprobleme eindämmen lassen.

Da es sich hierbei um eine präventive Therapieform handelt, sieht die orthomolekulare Medizin eine permanente Nährstoffversorgung durch Präparate vor, die nicht zeitlich begrenzt ist. Leistungsfähigkeit und Gesundheit des Körpers sollen sich demnach dauerhaft verbessern.


Wie genau verläuft eine orthomolekulare Therapie?
Vor dem Beginn einer etwaigen Therapie erstellt der Arzt oder Heilpraktiker eine individuelle Anamnese des Patienten, die sich auf die aktuellen Ernährungsgewohnheiten und krankheitsbedingten Beschwerdebilder konzentriert. Auch die gezielte Untersuchung von Körperflüssigkeiten oder Körperzellen ist möglich. Hierdurch kann ein etwaiger Nährstoffmangel erschlossen werden und der Arzt oder Heilpraktiker ist in der Lage, dem Patienten eine gezielte Nährstoffkombination zu verschreiben.


Kritische Betrachtung der orthomolekularen Medizin
In der Tat gibt es wissenschaftliche Hinweise darauf, dass einige in der orthomolekularen Medizin verschriebenen Nährstoffkombinationen oder Substanzen dazu führen können, dass sich Krankheiten oder damit einhergehende Symptome kurieren oder zumindest abschwächen lassen. Diese Hinweise gehen jedoch von geringeren Dosierungen aus, als sie die orthomolekulare Medzin verschreibt, und gelten weiterhin nicht für alle Nährstoffpräparate.

Die Substanzen dürfen in Deutschland nicht als Medizin verkauft werden. Für Präparate der orthomolekularen Medizin gilt der Begriff „Lebensmittelzusätze“. Und so sollten die Präparate auch ausschließlich als Nahrungsergänzungsmittel betrachtet werden. Denn eine gesunde Ernährung lässt sich im Regelfall durch eine ausgewogene Zusammenstellung von Lebensmitteln erzielen.

Bei der Einnahme von Präparaten der orthomolekularen Medizin sind die Einnahmehinweise unbedingt zu beachten. Überdosierungen mancher Nährstoffe können unter Umständen physiologische Nebenwirkungen hervorrufen.


Wo gibt es Nährstoffpräparate zu kaufen?
Die Nährstoffsubstanzen aus der orthomolekularen Medizin sind frei erhältlich und können auch ohne Rezept gekauft werden. Nichtsdestotrotz ist es dringend anzuraten, die Einnahme mit einem Arzt abzusprechen und nur auf qualitativ hochwertige Nährstoffpräparate aus dem Fachhandel zurückzugreifen und sich präzise über die Anwendungshinweise zu informieren, da die Substanzen gelegentlich in Wechselwirkung mit Medikamenten treten können. Für gewöhnlich verzichten die Hersteller solcher Nahrungsergänzungsmittel auf Allergene wie Milcheiweiß oder Gluten, Farb- oder Aromastoffe, weswegen die Einnahme in der Regel für jeden Personenkreis unbedenklich ist.

Bild: Andrei Zmievski, flickr.com

VN:F [1.9.22_1171]
Rating: 5.7/10 (15 votes cast)
Orthomolekulare Medizin – gesund durch Nährstoffe, 5.7 out of 10 based on 15 ratings