Ausbildung zur Pflegekraft – lohnt sich das noch?

seniorenManchen Menschen ist ein natürliches soziales Bewusstsein zu eigen. Doch bekanntermaßen benötigt es in der Arbeitswelt oftmals mehr als ein ausgeprägtes Sozialempfinden, um erfolgreich zu sein. Wer sich allerdings nicht mit der Ellenbogentaktik durch Job und Beruf kämpfen möchte, der ist wahrscheinlich bei Pflegediensten an der richtigen Adresse. Ein freundliches Miteinander und Arbeiten in dem Bewusstsein, Menschen täglich in ihrem Alltag helfen zu können, zeichnen dieses Berufsbild aus. Die Ausbildung zur Pflegekraft ist aber hart, lohnend jedoch auch.

Berufsvoraussetzungen für Pflegekräfte

Wer als Pfleger bzw. Pflegerin arbeiten möchte, der sollte sich erst einmal entscheiden, mit welcher Altersgruppe er oder sie überhaupt arbeiten möchte. Denn Altenpfleger sind ebenso Pflegekräfte wie auch Kinderkrankenpfleger. Wer übrigens bereits als Pflegehelfer tätig gewesen ist, der hat die Möglichkeit, seine Ausbildungszeit um ein Jahr zu verkürzen.

Ein Mindestalter ist gesetzlich nicht vorgeschrieben. Ausgebildet wird sowohl stationär wie auch ambulant, verantwortlich hierfür sind staatlich anerkannte Pflegefachschulen, die das Wissen rund um den Beruf des Pflegers auf Basis der Ausbildungs- und Prüfungsverordnung für Berufe der Krankenpflege vermitteln müssen. Hierzu zählen:

  • Pflege- und Gesundheitswissenschaften
  • Wirtschaft, Politik, Recht
  • Sozialwissenschaften
  • Gesundheits- und Krankenpflege

In der Regel ist ein Realschulabschluss oder eine vergleichbare zehnjährige Schulausbildung vonnöten. In Ausnahmefällen genügt auch ein Hauptschulabschluss, sofern eine zweijährige fachfremde Ausbildung nachgewiesen werden kann.

Berufsbild Pflegekraft im Kurzprofil

Neben der theoretischen Ausbildung, die insgesamt 2.100 Stunden beansprucht, müssen angehende Pflegekräfte auch in der Praxis ihr Können unter Beweis stellen. Hier erwartet Azubis stark medizinisch geprägte Ausbildungsinhalte, zu unterschätzen ist das Berufsbild der Pflegekraft demnach keineswegs. Hierzu zugehörig sind:

  • Chirurgie
  • Orthopädie
  • Psychiatrie
  • Gynäkologie
  • Neurologie
  • Innere Medizin
  • Geriatrie

Insgesamt drei Jahre dauert die Ausbildung zur Pflegefachkraft. Nach drei Jahren erfolgt eine schriftliche sowie mündliche und praktische Prüfung bei der jeweils zuständigen Industrie- und Handelskammer. Die Zusammenstellung der Prüfungsfragen orientiert sich grundsätzlich an dem jeweiligen Fachgebiet, für welches der jeweilige Prüfling ausgebildet wurde.

Praktisch wird grundsätzlich in der heimischen Ausbildungsstätte des Azubis geprüft. Die praktische Prüfung gestaltet sich zumeist durch eine Pflegeplanung, der der Prüfling im Folgenden umsetzen muss. Wer mindestens die Note „ausreichend“ in allen Prüfungsteilen erlangt, der erhält das Ausbildungszeugnis und darf sich fortan mit der rechtlich geschützten Berufsbezeichnung „Gesundheits- und Krankenpfleger“ bewerben. Im Falle einer fehlgeschlagenen Prüfung kann diese einmal wiederholt werden.

Berufschancen für Pflegekräfte

Aufgrund des demografischen Wandels werden in Zukunft wieder vermehrt Pflegekräfte, vor allem in der Altenpflege, benötigt. Aufgrund des derzeitigen Mangels an Pflegekräften und der zunehmenden Alterung der Gesellschaft ist die Konkurrenz auf dem Arbeitsmarkt aufgrund von günstigen ausländischen Pflegekräften aber enorm. Dennoch erscheint eine Ausbildung aufgrund des steigenden Lohnniveaus für Schulabgänger immer attraktiver. Das Nettogehalt liegt derzeit im Durchschnitt je nach Alter und Ausbildungsstand zwischen 1.800 und 2.100 Euro im Monat – Tendenz steigend.

Bild: PROMarcel Oosterwijk, flickr.com

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